Aktiver Kompressionsstrumpf


Aktive Unterstützung bei Gefäßerkrankungen

Mit dem Kooperationsprojekt „Aktiver Kompressionsstrumpf“ setzen sich die Unternehmen InovisCoat GmbH und BMR GMBH sowie TU Darmstadt und Universität Hamburg gemeinsam mit dem assoziierten Partner Bauerfeind AG zum Ziel, einen Kompressionsstrumpf zu entwickeln, der eine entgegen der Schwerkraft gerichtete, aktive Kompression und Relaxation des Beines oder anderer Körperregionen ermöglicht. Das Projekt wird über zwei Jahre aus Mitteln des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert und hat ein Fördervolumen von etwa 585.000 Euro. Ein entsprechender Antrag wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im April 2015 bewilligt.

Das Krankheitsbild der Varikosis – auch als Krampfadern bezeichnet – ist laut Studien eine weit verbreitete Volkskrankheit. Allein in Deutschland und der Schweiz sind über 50% der Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren von einer mehr oder minder ausgeprägten Varikosis betroffen. Allgemein haben Menschen mit Varikosis bzw. Venenerkrankungen ein erhöhtes Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen und Lungenembolien. Um der jeweiligen Krankheit entgegen zu wirken und weitere Risiken zu minimieren, kommen Kompressionsstrümpfe zum Einsatz. Sie können jedoch nur dann Wirkung zeigen, wenn der Träger des Strumpfes sich ausreichend bewegen kann. Bei immobilen Menschen wirken Kompressionstrümpfe daher nur eingeschränkt.

Der aktive Kompressionstrumpf hingegen soll auch bei Inaktivität der Muskulatur einen Blut-und Lymphstau verhindern. Dieser ermöglicht eine entgegen der Schwerkraft gerichtete, aktive Kompression und Relaxation. So kann das Blut gleichmäßig entlang der Blut- und Lymphgefäße Richtung Herz geführt werden. Die aktive, externe Kompression des Beines bzw. der Körperregion soll durch die Integration elektroaktiver Materialien, wie elektroaktive Polymere, realisiert werden, welche über eine Mikroelektronik angesteuert werden. Die Anwendung dieser Technologie des sogenannten „künstlichen Muskels“ im Bereich der Kompressionstechnik würde eine neue Form der aktiven Therapie schaffen, da sie auch für Menschen, die kaum bewegungsfähig sind, eine Möglichkeit bietet dauerhaft aktiv therapiert zu werden bzw. Gefäßerkrankungen vorzubeugen.

Projektpartner

IWS Innovations- und Wissensstrategien GmbH
BodyTec - Technologienetzwerk körpernahe Systemtechnik

Deichstraße 25
20459 Hamburg
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